Einsatz von Drohnen bei BOS

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Einsatz von Drohnen bei BOS

#1 Beitragvon Frank » Mi 19. Apr 2017, 13:25

Der Einsatz von Drohnen bei BOS stellt besondere Hardware Anforderungen an die verwendeten Drohnen.
Die Phantom Serie von DJI ist als Schönwetter Drohne nur sehr bedingt Beo BOS einsetzbar.
Diese kann weder bei Nässe, Feuchtigkeit wie Schnee oder Nebel noch bei stärkeren Wind eingesetzt werden.

Ein erste Schritt, ist die M22 von DJI, welche der IP 54 Norm / Schutzklasse entspricht. -> https://www.kopter-support.de/viewtopic.php?f=80&t=652

Jedoch trifft dies nicht für alle montierbaren Kameras und auch leider nicht für die verwendete Fernsteuerung zu.

Einsätze von BOS gehen meist mit schlechten Wetter einher, eine Schönwetter Drohne ist da oft wenig hilfreich. IP 54 oder noch besser IP65 sind da eine Mindestanforderung.

IP 54 ist laut der Schutzklassen Norm ein vollständiger Berührungsschutz und Schutz gegen Staubablagerungen im Innern. Sowie geschützt gegen Sprühwasser.
IP 65 ist laut der Schutzklassen Norm ein vollständiger Berührungsschutz, Schutz gegen Eindringen von Staub. Sowie geschützt gegen Strahlwasser (aus allen Richtungen).

Dies muss aber auch für das verwendete Zubehör gelten. Es macht zum Beispiel keinen Sinn, wenn die Drohne gegen Wasser geschützt ist und der Pilot mit einer Feuchtigkeits empfindlichen Fernsteuerung im Regen steht.

Ein weiteres Problem sind Batterien bzw. Lipo's. Lithium Polymer Ionen Akkus werden wegen ihrer sehr hohen Energiedichte bei geringen Gewicht fast ausschließlich bei Drohnen eingesetzt. Dies ist auch ihr größter Vorteil.

Nachteil dieser Technologie sind die Brandgefahr, das aufblähen bei der Lagerung voll geladener Lipo's und das >Risiko bei hohen Temperaturen.

Das Lithium brennbar ist, und das Lipo's sich (insbesondere bei Kurzschlüssen oder Überladung) entzünden können, dürfte ausreichen bekannt sein. -> https://www.kopter-support.de/viewtopic ... rand#p1261

Normale voll geladenen Lipo's haben eine Zellspannung von 4,2 Volt. Werden diese voll geladen gelagert, blähen sich diese durch interne chemische Prozesse auf und werden damit nach relativ kurzer Zeit unbrauchbar.
Deswegen sollten Lipo's nur bei einer Lagerspannung von 3,8 Volt gelagert werden.
Einer der führenden Lipo Gurus (Stefan von Stefan's Liposhop) rät in seinen Lipo Leitfaden, sogar dazu, einen voll geladenen Lipo nicht mal eine Nacht zu lagern, da sich diese Lagerzeiten addieren und dem Lipo schaden.
-> https://www.stefansliposhop.de/LiPoFAQV15c.pdf

Die ist auch der Grund, warum sich die Smart Batterien von DJI nach einigen Tagen automatisch entladen. DJI hatte einfach zu viele Reklamationen wegen aufgeblähter Smart Batterien.
In der Regel entladen sich die DJI Batterien nach 10 Tagen automatisch, eine kürzere Zeit kann aber auch eingestellt werden. (RTFM)
Dies widerspricht natürlich den Anforderungen von BOS, auf einem MZKW darf nichts verlastet werden, was nicht 100% einsatzfähig ist.
Auch Kameraden von der Feuerwehr mit denen ich gesprochen hatte, die DJI Phantom Kopter einsetzen, war dieser Umstand nicht bekannt.
Es ist wenig sinnvoll einen Koffer mit der Drohne während eines Einsatzes vom Fahrzeug zu holen und dann festzustellen, das die Batterien leer sind.

Die Batterien ständig geladen zu halten ist auch keine Alternative, da dies die Lebensdauer zu stark beeinträchtigt.
Ein Kompromiss währe, von DJI eine Firmware für die Batterie zu erhalten, die diese nur auf 80% auflädt, dafür aber nicht entlädt. Die etwas kürzere Flugzeit liese sich dann durch eine größere Anzahl Reserve Batterien ausgleichen.
Eine andere Möglichkeit währe eine andere Batterie Technologie zu verwenden. Silber Ionen Batterien zum Beispiel, da ist aber noch einiges an Entwicklungs Zeit und Kosten notwendig.

Ein weiteres Problem ist die Lagerung bei höheren Temperaturen. Ein Lipo sollte nicht über 60°C gelagert werden bei über 80°C besteht sogar Brandgefahr durch Selbstentzündung. Die sind aber Temperaturen, die innerhalb von Fahrzeugen, welche in der Sonne geparkt sind, durchaus oft erreicht werden. Mann stelle sich dann vor, wenn in Zukunft beispielweise eine tausend Feuerwehr / THW Fahrzeuge mit Drohnen bestückt sind, deren Lipo in Brand geraten kann.

Es ist also noch viel zu tun.....



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